Landluft schnuppern beim Sonnentor Bio-Kräuterbauern

Ganz nah dran am Leben

Der alte Andreas hat Sorgen. "S wüll nix trinka", so der 83jährige, der sonst noch täglich auf dem Traktor sitzt; nun aber nachdenklich das wenige Tage alte Kälbchen betrachtet.

Wir sind auf Andis' Elternhof in Neudorf - gelegen im schönen Weinviertel, nicht allzuweit von Wien entfernt. Ganz herzlich haben mich Maria und Andi vor wenigen Minuten auf ihrem neuen Hof - nur ein paar Radminuten vom Elternhof entfernt - begrüßt und bewirtet. Jetzt stehen wir mitfühlend im Stall und schauen auf das nicht sehr munter wirkende Kuhkind.

"Kumm Oide", sagt Andi zur Mutterkuh und melkt ein wenig Milch ab. Vielleicht ist zuviel Druck auf dem Euter. Der Tierarzt wird kommen müssen - wir werden sehen.....

Maria und ich schwingen uns wieder aufs Radl. Neidisch schiele ich auf ihre Oberarmmuskeln. Ich mache mehrmals in der Woche Joga und - ich geb es ungern zu - aber unter anderem auch motiviert von dem Wunsch nach solchen Armmuskeln....

Schnell wird klar, welche Art Joga Maria betreibt. Über Feldwege führt unsere Fahrt an einem ihrer Anis Felder vorbei. "Hiermit fing alles vor über zwanzig Jahren an", beginnt sie zu erzählen. Damals hatten Maria und Andi auf Rat einer Genossenschaft das Gewürz zum ersten mal ausgesät. Als die Samen dann nach der Ernte an die Genossenschaft verkauft werden sollte, lehnte diese ab. Die Samen seien zu dunkel hieß es.

Das war die Geburtsstunde der nun schon Jahrzehnte bestehenden Partnerschaft zwischen Familie Schmidt und Sonnentor, denn Johannes Gutmann hatte die Qualität der Würzkörner sofort erkannt und die gesamte Ernte damals aufgekauft.

Zurück zu Marias Joga- Center. Versteckt und geschützt lag es warm und sonnig hinter einem kleinen Wäldchen. Joga Matten gab es nicht - stattdessen standen Hacken für uns bereit. Auch gab es keinen Parkettfußboden, sondern tausende von saftig grünen Rübenbüscheln. Und dann ging es los : Vorbeugen, Tieferbeugen, Hände greifen Beikraut vom Boden, einen Schritt nach vorn. Wieder vom Anfang : Vorbeugen, Tieferbeugen, Hände greifen Beikraut, einen Schritt weiter nach vorn. usw, usw.... Wenn es gar zu arg wird, darf die Übungsreihe - die in Fachkreisen auch gern "Rübenhacken" genannt wird - durch kurzes Aufrichten und kräftiges Luftholen unterbrochen werden!

Wow - nach wenigen Minuten hatte ich mein persönliches Mantra gefunden : "Bitte laß die nächsten fünf Rüben frei von Beikraut sein, bitte laß.......".

So einfach geht das also mit der Meditation und dem Muskelaufbau. Ein Tag, ganz und gar nicht abgehoben, sondern nah und bodenständig dran am Leben, mit der herzlichen Maria und dem kernigen Andi.

Nur eins ist zu bedauern : Ich hätte doch mehr von den köstlichen, von der Oma handgemachten Mohnnudeln essen sollen, die es zum Mittagessen am langen Holztisch der gemütlichen Wohnküche gab.

Macht nix - Marias selbstgebackenes Nussbrot duftet schon aus dem Ofen.....

ananda84, Montag, 27. Juni 2011, 19:21

Danke!!

Herrlich deine Texte!!!:-) Ich fühl die Energie als würd ich alles selbst erleben...erfrischend, bodenständig und hautnah! Danke

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Anette, Mittwoch, 3. August 2011, 21:42

Bitte!!

Bitte, bitte - freue mich, dass es Dir gefällt! Liebe Grüße von Anette


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