Landluft schnuppern beim Sonnentor Bio-Kräuterbauern

Maria - die Wissenschaftlerin

Eingekuschelt in mein gemütliches Dachkammerbett lausche ich noch einen Moment dem Wind, der seit letzter Nacht ums Bauernhaus fegt und der später meine Kamara und mich im Mohnfeld noch schwer auf die Probe stellen wird.

Ich denke über Maria nach. Maria kann und weiß mehr. Viel, viel mehr. Es war schon 21 Uhr rum, als sie gestern Abend vom Rübenfeld zurückkam in ihr großes Bauernhaus - zu den fünf großen Kindern und dem Andi.

Während ich jetzt schnell aufstehe, hackt sie bereits mit ihren Helfern das Amaranth Feld.

Maria lebt ihre Berufung mit ganzer Hingabe. Immer noch geht ihr großes, liebes Herz in Freude auf, wenn sie ihre Kräuter wachsen sieht; und das, obwohl diese leider niemals still und strebsam allein sich gen Himmel recken, sondern häufig eine Art bunte, muntere Feld - Party zusammen mit vielen ungebetenen Gästen feiern. Leider ist dieser Spaß oft zu Kräutleins Nachteil, denn diese Gäste rauben ihnen die Energie, Platz und Luft zum Großwachsen. Außerdem sind es auch sehr ungehobelte Gäste, die nicht wieder von allein verschwinden.

Da hilft eben nur fleißige Handarbeit mit der berühmten Hacke.

Maria nimmts' gelassen: "Schau hier Anett", ruft sie mich herbei, "schau, wie viele Disteln zwischen den Kürbispflanzen stehen. Die Distel steht für die Liebe - und sie ist so reichlich vorhanden, weil es in unserer Welt vermutlich an Liebe fehlt."

Nein, Maria ist wirklich nicht 'nur' Bäuerin. Maria ist den ganz großen Zusammenhängen des Lebens auf der Spur.

Forscht nach, überlegt, macht Experimente mit ihren Pflanzen, plant, denkt nach und denkt weiter. So kommt es zum Beispiel, dass Feuerbohnen an Maispflanzen hochranken und nicht an Stöcken.

Maria ist nichts weniger als eine Wissenschaftlerin mit ihrem großen Schatz an Erfahrung und Weisheit, den sie auch ständig - z.B. durch Seminare - erweitert.

"Wann machst du das nur alles?", frage ich sie auf unser Tour durch die Felder. "Die Zeit dafür nehme ich mir ganz bewußt ; sonst gibt es kein 'Wachsen' ", erklärt sie lächelnd. Und mit diesem 'Wachsen' sind nicht nur ihre Kräuter gemeint...

Sie zeigt mir ihren Knoblauch und die Zwiebeln, dort Möhren, Koriander und Fenchel für Sonnentor, auch Kartoffeln, Beluga Linsen und sogar Wassermelone sind dabei. Hmm - ich hätte doch im Hochsommer kommen sollen.....

Am Ende unser Rumpelfahrt wartet der 'Weiat' - der Weingarten - mit köstlichen Erdbeeren, Obstbäumen und natürlich Weinstöcken auf uns.

Auf der Rückfahrt zum Hof möchte ich noch wissen, wie es dem Kälbchen heute geht und wir fahren bei Andis' Eltern vorbei.

"S geut halt nix oalles üm Leba glatt", meint die Oma, während sie frischen Dill und Melisse zum Trocknen vorbereitet. Maria denkt da positiver und schafft es mit Andi tatsächlich dem kleinen Kalb einen dreiviertel Liter Milch mit der Flasche einzuflößen. Sein kleines Schwänzchen wackelt dabei hin und her. "Oan guates Zeicha", meint Maria; die Weise.


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