Landluft schnuppern beim Sonnentor Bio-Kräuterbauern

Von Kellerbergen, 6-Strang-Striezel und Rebläusen

Was man alles an einem Tag machen kann…

Die Gläser voll mit Marillen-Köstlichkeiten in unterschiedlichster Form wären also geschafft, aber kein Grund faul zu werden! Auch heute geht der Tag um sieben in der Früh in der großen Wirtschaftsküche beim Frühstück los

Heute steht der Weingarten auf dem Programm, Blätter zupfen, dass die Trauben Luft bekommen und Johanna hat die Trauben auch etwas ausgedünnt. Damit der Weinstock seine Kraft gezielt einsetzen kann und am Ende gute Trauben für einen guten Wein rauskommen. Die Arbeit im Weingarten ist sehr interessant, dabei habe ich wieder viel gelernt: was man alles beachten muss bei der Hege und Pflege, was der Bio-Weinbauer alles zu beachten hat, welche Unterschiede zum konventionellen Weinbau bestehen und, und, und…

Beim Blätter abzupfen kam mir dann auch ein altes Wiener Lied in den Sinn „I muass im frühern Lebn eine Reblaus gwesen sein, ja, sonst wär die Sehnsucht nicht so gross nach einem Wein…“, natürlich in der unvergesslichen Fassung von Hans Moser, perfekt genuschelt. Aber selbstverständlich waren keine Rebläuse im Weingarten! Das wäre nämlich gar nicht so gut, aber dafür gibt es ja nun die Veredelung - hier werden alle Weinstöcke auf einen reblaustoleranten „Mutterstock“ aufgepfropft. Ich hoffe, ich habe das auch richtig erklärt, wenn nicht, dann Schande auf mein Haupt!

Danach ging es gleich zum zweiten Tagespunkt, nicht ohne vorher ein gemütliches Häferl Kaffee zu trinken. Heute zeigt mir Johanna wie man einen perfekten 6-Strang-Striezel flechtet. Dafür wird die große Knetmaschine angeworfen (weshalb nur passt die nicht in meinen Kofferraum?!) und es geht auch schon los. Natürlich werden hier nicht nur ein oder zwei Striezel gebacken, sondern gleich einmal 8 Stück auf einmal. Auf so einem Hof, mit so vielen Enkelkindern, ist es schon ganz hilfreich ein paar Striezel mehr im Vorrat zu haben. Ich hoffe nur, ich habe mir das mit dem Flechten gut gemerkt, zur Sicherheit werde ich Zuhause in den nächsten Tagen gleich einmal meine Hausaufgaben machen und ebenfalls Striezel backen, natürlich mit 6 Strängen!

Dazwischen hat sich Johanna auch noch die Zeit genommen und ist zusammen mit mir und den drei Enkelsöhnen, die gerade ein paar Tage am Hof verbracht haben, zum Kellerberg in Velm-Götzendorf hinauf spaziert und hat mir die hauseigene Buschenschank der Familie Grünauer gezeigt. Bis in den alten Weinkeller sind wir dort hinabgestiegen. Die alte Weinpresse war auch sehr faszinierend, ist sie doch die jüngste und auch letzte Weinpresse aus Holz, welche auf dem Kellerberg errichtet wurde. Und wenn man sich dieses große Gerät so ansieht, muss man schon Respekt vor deren Erbauern haben, ist sie doch damals ganz ohne Maschinen und dergleichen errichtet worden.

Morgen ist dann auch schon der letzte Tag bei meiner Gastfamilie und am Abend, beim Abendessen, fällt uns noch ein, was wir an diesem Freitag noch alles machen wollen: beim Thymianfeld fehlen noch ein paar Pflanzen, diese müssen noch nachgesetzt werden; außerdem eine kleine Besichtigung in der Trocknung beim Mohn, welcher heute frisch gedroschen wurde und eine abendliche Verkostung der hauseigenen Weine muss ebenfalls noch sein.

Also, bis morgen, meinem letzten vollen Tag auf dem Hof der Grünauers!
Eure Nikky


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