Landluft schnuppern beim Sonnentor Bio-Kräuterbauern

Mi. 20. Juli - Waldwichtelfahrschule und Kürbisse geradebiegen

 Also ich weiß ja gar nicht wo ich heute anfangen soll zu berichten!

Wie es sich für einen fleißigen Wichtel gehört bin ich schon um 6.30 Uhr aufgestande. Ich habe meine grünen Waldwichtelschule angezogen und bin gleich zu diesem großen Auffangbehälter gelaufen, den wir gestern mit dem Oreganum vollgestopft hatten, um zu überprüfen, ob die Kräuter nun schon so richtig krachtrocken sind...

 

Die geernteten Pflanzen wurden ja den ganzen Tag und auch in der Nacht mit warmer Luft angeblasen. Doch krachtrocken waren sie nicht!
Enttäuscht ging ich zu Johann, da es ja nun scheinbar keine Arbeit für uns gab - was sollen wir heute bloß wichteln? Nix da!
Doch dieser beruhigte mich und erklärte mir, dass wir nun die ganzen Kräuter wieder aus diesem Behälter auf einen Anhänger laden müssen, damit in eine andere Scheune fahren müssen, wo die vorgetrockneten Kräuter mit Hilfe einer Schneidmaschine nun zerkleinert werden müssen. Dann gelangen sie über ein Förderband wieder in einen großen Behälter, wo sie nun wieder einen Tag schlummern dürfen - also wieder nur den ganzen Tag herumliegen! Ich werde schon sehen, das ist sicher genug Arbeit für uns zwei.

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Und außerdem hätte er ja ganz etwas besonderes heute mit mir vor....

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nämlich:

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Traktorfahren

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uiii - da kamen sofort Erinnerungen von der steilen Wald-Dschungel-Autobahn von gestern hoch, den vielen Querrillen, und Schlaglöchern - und ich sah mich schon samt Traktor durch den Wald purzeln - bin ich doch auf so einem Gefährt noch nie gesessen - geschweige denn gefahren. Also lieber Harald - ich glaube nicht, dass ich am Samstag mit dem Traktor von hier aus heimwärts begebe,um dir beim Mistschaufeln zu helfen...

 

 Doch Johann ließ nicht locker ...

 

Wie war das mit dem Oreganum? Seine eigene Mitte finden - Mut und Kraft ...

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....also tief mit der Wichtelnase eingetaucht und siehe da....

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...der Weg in die andere Scheune war laaaang - die Kurven sehr eng - sogar die beiden hier heimischen Hunde verkrochen sich in Ihren Hütten als sie mich am Steuer sahen, als der Traktor aus der Scheune schoss.....

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 ...doch irgendwie bin ich dann doch in der nächsten Halle angekommen, wo wir nun die vorgetrockneten Kräuter wieder vom Wagen auf die Schneidmaschine auflegen mussten.

Das passsierte insgesamt dreimal - bei meinem letzten "Schwertransport" waren wenigstens die Hunde schon mutig und verschwanden nicht mehr in ihren Hütten...

 

Und insgesamt drei Mal durfte ich auch den ganzen Inhalt des Anhänger mit Hilfe einer Heugabel auf das Förderband umladen.

Das Zerkleinern der Kräuter in kleinere Stücke ist dann für die weitere Trocknung wichtig. Erst wenn es bei der Kontrolle der Pflanzen raschelt, wenn du sie zwischen den Händen zerreibst, können sie dann in große Säcke für den weiteren Transport abgefüllt werden.

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Fortsetzung folgt morgen.....

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Eine Frage hab ich mir dann doch noch gestellt:

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Was werden wir bloß mit dem ganzen Oreganum machen?

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Kürbisse geradebiegen

Der Johann hat immer Ideen - auf was er da bei seinen Pflanzen alles schaut - auf das musst erst mal draufkommen!

Am Nachmittag ging es wieder mal hinaus aufs Feld - diesmal zu den Kürbissen. Hier hat Johann sehr viele Gastarbeiter vor Ort - ja hier gleich zwei ganze Stämme angesiedelt.

Sie sollen eine ganz besondere Bestäubungstaktik kennen, damit die Kürbiskerne besonders groß und schmackhaft im Inneren des Kürbisses heranreifen. Es summt und brummt - alle sind fleißig und guter Dinge.

Ich nehme an ihr könnt schon ahnen, dass es sich bei diesem fleißigem Volk nur um Insekten, nämlich Hummeln handeln kann.

Die Kürbisse sind schon recht groß, in ein paar Wochen wird es dann auch auf diesem Feld soweit sein, daß mit der Ernte begonnen werden kann. Sie werden zu Kürbiskernöl und Knabberkernen verarbeitet.

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Aber wieso Kürbisse geradebiegen?

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Am Nachbarfeld baut Johann gerade Koriander an. Hier werden in Kürze die Samen der Pflanze - lauter kleine pfefferkörnergroße und zur Zeit noch grüne Kugerln geerntet werden.

Der Duft dieser Kugerln erinnert mich ein wenig an Orangen: Auch hier erfreut sich die Wichtelnase an diesem fast süßlichen Duft, Obwohl der Samen zu Beginn doch ein wenig komisch riecht, bevor du ihn zerdrückst und in den Händen zerreibst. Hier kann ich dir leider kein Foto bieten - die Aufregung war zu groß, weil das Kürbisbiegen nun unmittelbar bevorstand...

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Diese Hummeln dürften Ihre Arbeit so gut machen, dass die Triebe des Kürbisses an vielen Stellen so schnell wachsen und sich dann ganz einfach in das angrenzende Korianderfeld weiterschlingen. Was natürlich dem Koriander nicht ganz recht ist, wird er doch von den "Schlingarmen" des Kürbisses niedergedrückt.

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Und somit hat Johann das Kürbisgeradebiegen erfunden.

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All die vielen SchlingenSchlingel (die schlingenden Schlingeln sind die schlimmen Kürbisranken) werden von den Korianderpflanzen entfernt und wieder ins eigene Feld zurückgebogen, damit sie hier brav weiterwachsen können.

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Somit besteht auch nicht die Gefahr, dass bei der Kürbiskernernte anstatt der Kürbiskerne lauter kleine, grüne Kügelchen aus dem Kürbisfruchtfleisch schlüpfen können - so einfach ist das!


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